Elevator Pitch

Was ist ein begeisterndes Produkt?

Die Iteration Zero wird mit einer Produktidee gezündet. Diese muss vom Ideensponsor (oftmals der Produktowner) ins Iteration-Zero-Team getragen werden.  Als erste Hürde in der Iteration Zero muss der Ideensponsor das Team von seiner Produktidee begeistern können. Erst wenn alle im Team das Produkt so erklären können, dass es den Zuhörer/Kunden begeistert, ist diese Praktik erledigt.

Praktik und Beschreibung

Knackiger Elevator Pitch

Die Produktidee kann mit einem Big Picture, also einer Visualisierung der Idee und/oder einem Draft eines Elevator Pitch ins Team gebracht werden. Falls bereits andere Ergebnisse zur Produktidee vorliegen, können auch diese dem Team präsentiert werden. Wobei zu beachten ist, dass eine Präsentation auf Flipchart oder Poster viel interaktiver und einladender ist, als eine herkömmliche Power-Point-Präsentation. Es soll auch nur die Essenz und nicht ein mehrseitiges Dokument präsentiert werden. Weniger ist hier mehr.

Das Big Picture sowie der Elevator Pitch werden im Team gemeinsam besprochen und finalisiert.

 

Nebst einem Elevator Pitch gibt es diverse andere Methoden. Wichtig ist zu beachten, dass jeweils die Produktbezeichnung, der Kunde, die Hauptfunktionalitäten und der Nutzen des Produktes darin vorkommen.

 

Rahmen definieren

Zusätzlich ist es wichtig, hier auch dem Team den Rahmen für die Produktvisions-Entwicklung zu setzen. Was ist gegeben und nicht mehr in Frage zu stellen? Wie gross ist der Gestaltungsspielraum? Welche Rahmenbedingungen herrschen vor? Dies muss in diesem Element geklärt werden.

Beispiel aus der Praxis

Bei einer Auftragsklärung zu einer Iteration Zero wurde vorgestellt, was alles schon zur Produktidee erarbeitet wurde. Es war nicht nur die Produktidee vorhanden, sondern bereit ein rund 50-seitiges fachliches Konzept dazu. Der Coach stellte die Frage, wie gross der Gestaltungsspielraum des Iteration-Zero-Teams noch ist, wenn schon so viel Denkarbeit geleistet wurde. Offensichtlich sehr gross, die ganze Konzeption durfte in der Iteration Zero hinterfragt / ignoriert werden.

Die zwei Autoren des Konzeptes waren anschliessend im Iteration-Zero-Team mit dabei. Während der Workshops war es für die zwei sehr schwierig neue Wege anzudenken. Oftmals haben sie das neue immer sofort angezweifelt und wir haben gefühlt 100 Mal darüber gesprochen, ob wir jetzt wirklich alles neu denke müssen / können / sollen. Die Auseinandersetzung hat sich aber ausbezahlt: Als Resultat der Iteration Zero wurde ein viel einfacheres Produkt designed und das ganze Team konnte sein Commitment zum neuen Produkt geben.

Was steckt dahinter?

Sicherheit vermitteln

In dieser Praktik wird durch den Elevator Pitch eine Struktur gegeben, die Sicherheit vermittelt und bewusst Komplexität ignoriert. So kann auf einem hohen Abstraktionslevel mit grossen Unsicherheiten ein erstes gemeinsames Verständnis des Produktes geschaffen werden.

 

Produkt Owner

Der Ideengeber muss nicht zwingend der Sponsor oder der Produkt Owner sein. Es ist aber bereits in dieser frühen Phase sinnvoll, den Produkt Owner für das Produkt zu definieren. Er ist der Produkt Freak, die Persönlichkeit, die dem Produkt ein Gesicht verleiht.

 

Noch zu früh für den Elevator Pitch

Es kann vorkommen, dass der Elevator Pitch zu Beginn der Iteration Zero nicht erstellt werden kann, weil z.B. die Kunden oder die Haupt-Produkt-Funktionalitäten noch zu unklar sind. Hier bietet es sich an, die Personas oder die Produkt Vision Map vorzuziehen und diese zu erarbeiten. Erst wenn auf dieser Ebene Klarheit herrscht, kann dann gemeinsam der Elevator Pitch erstellt werden.