Produkt Vision

Warum verbessert unser Produkt die Wet?

In dieser Praktik ist es sehr wichtig, dass das Team den Markt und seine Kunden kennt.

Praktik und Beschreibung

Produkt Vision Map von Roman Pilcher

Die Frage „Warum verbessert unser Produkt die Welt?“ wird in der Iteration Zero oft anhand einer Produkt Vision Map beantwortet. Sie stellt den Kunden, seine Bedürfnisse, die Produktfunktionalitäten, welche diese Bedürfnisse befriedigen, sowie den potentiellen Wert in den Fokus. Eine Produkt Vision Map sollte die 5 +/-2 wichtigsten Produktfunktionalitäten beinhalten, sprich die Gold Nuggets des Produktes. Die bereits erstellten Personas und ihre Bedürfnisse werden in die Produkt Vision Map integriert.

 

Validierung mit dem Kunden

Nach dem Aufbau der Produkt Vision Map muss zwingend ein Realitätscheck mit dem Kunden durchgeführt werden, sonst basiert das ganze Produkt auf reiner Hypothese. Selbst ein minimaler Invest von einer halben Stunde mit dem Kunden lohnt sich sehr. Nach dem Besuch sollte das Feedback gemeinsam besprochen und verarbeitet werden. Dies auch in den bereits erstellten Ergebnissen wie Personas und Elevator Pitch.

Beispiel aus der Praxis

Während einer grossen Iteration Zero wurde nach dem Erstellen der Produkt Vision Map der Kunde eingeladen. Das Team hat euphorisch seine Vision vorgestellt mit den einzelnen Produktfunktionalitäten. Die Antwort des Kunden war: „Schön, wenn ihr mir dass auch zur Verfügung stellen wollt. Aktuell beziehe ich diese Leistung bei eurer Konkurrenz. Wenn ihr es mir günstiger geben könnt, werde ich es zukünftig bei euch beziehen“.

Die Reaktion des Teams bei der Auswertung war gefasst und sehr überlegt. Ihnen wurde klar, dass sie den Markt doch nicht so gut kennen. Resultat war, dass sie diese Funktionalität wieder aus der Vision Map entfernt haben. Sie waren dankbar, dass sie, ohne bereits in die Entwicklung investiert zu haben, diese Erkenntnis erlangt haben. Ganz nach dem Motto: Fail early, fail fast.

Was steckt dahinter?

Priorisierung und Fokussierung

Die Reduktion der Produkt Vision Map auf die wichtigsten Produktfunktionalitäten stellt sicher, dass auch hier wieder priorisiert und fokussiert wird. Dies ist wichtig, weil im weiteren Verlauf der Iteration Zero auch das MVP definiert werden soll.

 

Definition von Wert

Die Frage nach dem Wert ist immer die Schwierigste. In der heutigen, stark spezialisierten Arbeitswelt steht der Wert der Arbeit oder der Produkte weniger im Fokus. Hier soll die Iteration Zero eine Veränderung bewirken, indem der Wert des Produktes sowie seine Einordnung in die Wertschöpfungskette bereits vor der Produktentwicklung beantwortet werden muss. Der Wert muss hier nicht nur monetär verstanden sein. Es kann der Wert für den Kunden, für die Strategie usw. beinhalten.

 

Direkter Draht zum Kunden

Das Team muss sich intensiv mit seinen potentiellen Kunden auseinandersetzen. Nur so kann sichgestellt werden, dass das fertige Produkt wirklich den gewünschten Effekt beim Kunden prodziert. Das setzt voraus, dass das Team direkt und oft mit echten Kunden kommuniziert. Und nicht nur der Marking-Spezialist oder das Marketing-Team darf einmal im Quartal mit einer Usergroup kommunizieren, sondern die Interaktionen müssen so oft wie möglich und so niederschwellig wie nur möglich stattfinden.

 

Don't fall in Love with your Prototyp

Alle Ergebnisse der Iteration Zero sind als Prototypen zu verstehen. Sie können während der Iteration Zero verändert, verworfen und überarbeitet werden. Das Team muss für diese Anpassungen offen bleiben, don’t fall in love with your prototyp!